Lillesand
Lillesand und der Schärengarten
Die Ortschaft Lillesand (kleiner Sand) hat ihren Ursprung als
Siedlung und Dorf in Nachbarschaft mit gleichem Namen. Vor
Kristiansands Stiftung hieß der Ort Sand oder Sanden, benannt nach
dem dort einmündenden Fluss "Sandselva". Der heutige Name wurde
später bestimmt, um zwischen den beiden Nachbarn unterscheiden zu
können. Im Mittelalter wird Sanden als Verschiffungshafen für
Rundhölzer erwähnt.
Die meisten der Hofnamen in der Lillesand Kommune stammen aus dem
Mittelalter. Møglestu, Moland, Flørenes und Skalle werden genannt.
Die Steinkirche bei Møglestu Hof war das Zentrum der West Moland
Gemeinde, Sand war davon ein Teil. Die Kirche ist vermutlich aus
dem späten 11. Jahrhundert, der Anbau wurde später hinzugefügt. Im
Jahr 1962 fusionierte Lillesand mit dem benachbarten Høvåg und
Vestre Moland.
Die Stadt ist, abgesehen vom Tourismus, vor allem für ihre umfangreiche maritime Geschichte bekannt. Im 17. Jahrhundert begann man Segelschiffe zu bauen, aber im 18. Jahrhundert kam es erst zur Blütezeit. Damals war der Holzhandel ein sehr wichtiger Faktor und bildete die Existenzgrundlage von mehreren Reedereien und zahlreichen Werften in der Stadt und deren Umgebung. Das zu besichtigende Stadt- und Schifffahrtsmuseum Lillesand ist so eine alte Reederei, die zum damaligen Zeitpunkt Carl Knudsen gehörte.
Zwischen Lillesand und Flakksvann in der Birkenes Kommune wurde
1895 eine Schmalspurbahn gebaut, die mit einer Dampflokomotive,
drei Personenwagen und 34 Güterwagen betrieben wurde. Die Strecke
hatte vier bemannte Bahnhöfe (von Süd nach Nord: Lillesand, Tveide,
Birkeland und Flakksvann) und es wurden vor allem Holz, Torf aus
Myhre Torfwerk und von der Torffabrik Tveide sowie andere Waren
transportiert. In den meisten Jahren fuhr die Bahn defizitär und
wurde von daher schließlich im Jahre 1953 außer Dienst gestellt.
Außer Birkeland Bahnhof kann man heute noch alle Stationen
besuchen.
Zur Zeit der deutschen Invasion in Norwegen im Jahre 1940, wurde
der deutsche Truppentransporter "Rio de Janeiro" im Seegebiet vor
Lillesand torpediert. Dies geschah am 8. April, also einen Tag vor
der Invasion. Das Schiff wurde von dem polnischen U-Boot "Orzel"
angegriffen, welches sich gerade zu einem Besuch in Lillesand
aufhielt. Das U-Boot wurde später von deutschen Flugzeugen bekämpft
und versenkt. Einheimische Fischer haben wesentlich dazu
beigetragen, dass die deutschen Soldaten und die Besatzungen
gerettet wurden.
Der Schärengarten ist Lillesands größte Attraktion. Glatt
polierte Felsen, spannende Inselwelten, kleine Lagunen (z.B.
"Nilen") und enge Durchfahrten. Ein besonderes Erlebnis ist die
Blindleia, die schmale Wasserstraße von Lillesand nach Westen zum
Ulvøysund, vorbei am Reiseziel Skottevik FerieSenter und den
Vorhäfen auf den Inseln Justøy und Ågerøy.

